Wildbienen sind schon zeitig im Frühjahr unterwegs
Wildbiene auf Schneeglöckchenblüte

Wohnungsnot bei den Wildbienen

Neben den Honigbienen (als Volk lebend) gibt es noch eine Vielzahl an Wildbienenarten (solitär lebend), die in allerorts zu aufgeräumter Landschaft und in überpflegten Gärten zunehmend in Wohnungsnot geraten. Um diesen Umstand abzumildern, können wir mit relativ leichtem Aufwand etwas tun: nämlich Insekten- oder Bienenhotels herstellen und in unseren Gärten platzieren.

Wildbienen brauchen, um ihre Brutzellen zu bauen, die Hohlräume in Schilfhalmen oder anderen markhaltigen Stängeln, Löcher verschiedenster Durchmesser im Mauerwerk, in lehmigen Hängen, im Totholz oder einfach im festen Sand. Gerne werden vorhandene Löcher benutzt oder auch selbst gegraben. In unserem „Multi-Bienenhotel“ können wir durch mehrere Materialien, die entsprechend mit Löchern versehen wurden, vielen der wichtigen und gefährdeten Insekten eine Ersatzheimat anbieten. Sie sind wichtige Blütenbestäuber für Blüten in unseren Gärten und in der Umgebung.

Ein Insekten- oder Bienenhotel herzustellen ist sowohl aktiver Naturschutz als auch eine entspannende Beschäftigung, bei der Kinder bereits mithelfen können – sie lernen etwas dabei und das mit viel Spaß und Freude. Viele Arbeiten daran sind eben „kinderleicht“ und die etwas anspruchsvolleren Baumaßnahmen erledigen dann die Erwachsenen.

Für eine gute Lage und Verpflegung sorgen

Zunächst sollte ein sonniger Standort im Garten ausgemacht werden und selbstverständlich darf man nicht vergessen, den Insekten auch reichlich Nahrung anzubieten: Frühblüher, Stauden, blühende Gehölze, sowie Wildblumenwiesen sind in der Nähe des Insektenhotels einzuplanen.

Wichtig ist, dass möglichst viele Blüten im Garten nacheinander, von Frühling an bis in den späten Sommer, Nektar und Pollen produzieren. Es sollten unverzüchtete Blüten sein, deren Pollen die Bienen auch erreichen, denn viele gefüllte Blüten aus Züchtungen versperren unseren Insekten den Weg zur Nahrung und sind daher wertlos. Da es auch sehr kleine Wildbienenarten gibt, ist darauf zu achten, dass bei den „Futterpflanzen“ für unsere Hotelgäste ebenso viele kleine Blüten vorkommen, die von uns andernfalls als eher zu unscheinbar erachtet würden.

Im Gegensatz zu richtigen Hotels, müssen künstliche Insektenunterkünfte nicht gepflegt werden. Bewohnte Löcher werden von den Bienen verdeckelt; eine neu schlüpfende Biene nagt sich durch diese Versiegelung und öffnet so das Loch für den nächsten Gast. Alle diese Bienen leben solitär und friedlich miteinander. Sie sind völlig ungefährlich und spannend zu beobachten.

Wer unsere Gäste sind

Von den geschätzten 300 Wildbienenarten hier im Norden sind über 50% als gefährdet eingestuft. Manche Arten sind so klein, dass man sie leicht mit Wespen oder Fliegen verwechseln kann, wenn man nicht genau hinschaut.

Abschließend habe ich ein paar der möglichen Hotelgäste zusammengestellt, stellvertretend für alle anderen Arten, die sich gerne in meinem Wildgarten aufhalten. Auffällig sind die verschiedenen Größen und Formen der Solitärbienen. Ein paar Ansichten von meinen Staudenbeeten und Blumenwiesen dürfen natürlich nicht fehlen.

Wildbienen sind schon zeitig im Frühjahr unterwegsWildbiene auf WeidenkätzchenWildbiene an StachelbeerblüteWildbienen besuchen auch die kleinsten BlütenWildbiene an der PlatterbsenblüteWildbiene auf AlantblüteWildbiene in WegwartenblüteWildbiene auf gelber MargariteRuhende Wildbiene auf HaselnußblattBlüten im Vor-FrühjahrBlüten im FrühlingBlütenmeer im FrühsommerBlütenvielfalt im Spätsommer

Weiter geht es im Teil 2 …

03. April 2012 | | Spezial

Wir gehen jeden Tag an Wundern vorüber und sehen sie nicht. Wir halten nur bei dem inne, was am lautesten schreit. Barbara Bordnick